0 Running Fox Papers Februar 2008
 
Running Fox Papers

8. Jahrgang, Lieferung 51 ~ Februar 2008

Parabel oder das Daneben-Gehende

Inhaltsverzeichnis dieses Newsletters

Zitat des Monats:

Ein einfacher Zweig ist dem Vogel lieber, als ein goldener Käfig.

Chinesischer Weisheit

Ein Schatz von Einsichten

Inhaltsverzeichnis

Parabel oder das Daneben - Gehende ~ Nach Wikipedia

Die Parabel (griechisch parabolé - wörtlich das Daneben-Gehende; der Vergleich) ist eine dem Gleichnis verwandte Form von Literatur, eine lehrhafte und kurze Erzählung. Ihr Anliegen ist die Vermittlung von Fragen der Moral und ethischen Grundsätzen, welche durch Übertragung in einen anderen Vorstellungsbereich begreifbar werden. Das im Vordergrund stehende Geschehen (Bildebene) hat symbolische Bedeutung für den Leser. Die Parabel ist eine Aufforderung zum Erkennen und soll den Leser dazu bringen, das Gemeinte als Allgemeines (Sachebene) herzuleiten. Der Leser muss die Arbeit des Autors umgekehrt nachvollziehen. Eine Parabel beinhaltet meist zwei Lehren: Zum einen eine im engeren Sinn zum anderen eine Lehre im weiteren Sinn. Sie kann sowohl explizit als auch implizit enthalten sein.

Die Parabel wird oft als langer Text einer Fabel, Gleichnis, Beispiel, etc. gesehen. Dennoch unterscheidet sie sich durch Verschlüsselung (Fabel), Indirektheit (Gleichnis) und Konkretisierung (Beispiel) von diesen Schriftformen. Die Fabel soll den Leser, solange sie keine Moral beinhaltet, dazu bringen, über die Kritik nachzudenken und sich in die Situation der Tiere, die den Text gestalten, hineinzuversetzen. Anders ist die Parabel, da sie von Personen spricht, wodurch man den Inhalt nicht weiter deuten muss. Weiterhin versucht sie nicht, wie die Fabel, eine Erläuterung für den Leser zu bieten, sondern jemanden von der eigenen Meinung zu überzeugen. Zudem wird in der Parabel meist ein Gleichnis erläutert, wodurch man sein eigenes Verhalten verbessern soll. Bei einer Fabel hingegen wird lediglich Kritik geübt an dem, was man gerne ändern würde, jedoch werden keine Vorschläge zur Änderung des Kritisierten gegeben, wodurch man bei der Fabel zum Nachdenken gebracht wird.

Dieser Newsletter beinhaltet für den Leser in mehreren Parabeln Botschaften, die ihm den tieferen Sinn vieler Dinge, die möglicherweise in seinem täglichen Leben geschehen, überprüfen lassen.

Running Fox wünscht Dir viele tiefe Einsichten.

Kroezeboom ~ Hans Brochuis

 

Mutter Ana eilte vom Pfarramt zu der kleinen Steinkirche von Het Stift in Weerselo. Sie musste dringend beten und um Kraft vom Allmächtigen bitten. Sie erfuhr gerade Neuigkeiten, die die grösste Veränderung des Stifts bedeuten könnten, seit es existiert. Natürlich wusste sie vom Sturm der Reformation, der wütete und es immer noch in den Niederlanden und grossen Teilen Europas tut. Doch bis jetzt wurden die Region Oversticht und Twenthe, die Teile davon sind, ausgeklammert. Kürzlich wurde die Stadt Oldenzaal von den Spaniern und ihren staatlichen Truppen erobert, und der Rat von Overijssel hatte es angeordnet. Auch Das Stift von Weerselo schloss sich der Bewegung an. Der Referent Adam Lindenhovius war schon berufen, und er würde den ersten reformierten Gottesdienst übermorgen – am Sonntag – abhalten.

Pastor Johannes de Borch war bei dieser Unterhaltung zugegen. Ana wusste, dass dieser immer so beherzte Mann schwierige Zeiten durchlebt hat, und er war den Tränen nahe. Es war bestimmt nicht einfach für ihn, und das einzige, was er diesem Treffen hinzufügte, war seine Ankündigung, vom Amt zurückzutreten und zu seinem Geburtsort zurückzukehren.

Eines Engel's Echo von Myriah Krista Walker

Als ich mich eines Nachts ins Bett verkroch, wurden meine Beine in den Decken durch das ständige Hiersein einer Katze fast abgewürgt. Meine Finger können immer an der Fellbeschaffenheit erkennen, welches Raubtier es ist. Solstice's Fell ist weich, aber das von Angel fühlt sich wie Samt an. Ich massierte ihren Rücken, dann nahm ich meinen Platz um sie herum ein und liess mich in den Kissen nieder.

Die Matratze gab leicht nach, als ihr Körper sich bewegte, meine Augen erschraken plötzlich vom feinen Strahl eines Katzenspeichels als sie niesste bevor sie meinen Kopf schmuste. Es war ein zarter Niesser, keine Ganz-Gesicht-Wäsche. Ich kicherte. Sie leckte meine Nase einige Male und biss dann liebevoll hinein, aber stark genug, um mein Gesicht mit diesem sonderlichen Gefühl von angenehmem Schmerz zu überziehen, das in mein Kinn sickerte und nach ein oder zwei Minuten verschwand.

Der Paradiesvogel ~Tina Fröhlich

Es war einmal ein kleiner, bunter Paradiesvogel, heiter und unternehmungslustig und voller innerer Schönheit und Anmut anzuschauen. Sein Gefieder schien durch die Freiheit, die er genoss und die Werte, die er besaß, wie von innen heraus zu erstrahlen. Viele waren von ihm angetan, ließ sich durch sein Spiel, seine Art begeistern, ja verzaubern, waren von ihm angezogen und bewunderten ihn schlechthin. Und selbst wenn er manche Neider besaß, so störte es ihn doch nur wenig, denn er ruhte in sich selbst. Er wusste worauf es für ihn im Leben ankam.

Eines Tages traf er auf einen goldenen Käfig, der ihm an Schönheit ebenbürtig war und der ihm ’ebenso verzaubert’ anbot, zu bleiben, ihn als Behausung zu nutzen. Da sich der kleine Paradiesvogel von diesem sanftmütigen Käfig angezogen fühlte [seine ruhige Art war Labsal für die eigene Quirligkeit] und er sich zudem nach einem ständigen Zuhause sehnte, willigte er ein, zu bleiben. Er bat allerdings darum, dass die Tür immer offen stehen sollte. Seine neue Unterkunft hatte nichts dagegen und wähnte sich glücklich, ein Heim für den bezaubernden Vogel sein zu können.

Ich bin wie Glas von Marjo Dohmen

Ich verändere mich, wenn Licht mich durchstrahlt, Licht von Menschen, göttliches Licht.
Dann glänze ich in allen Farben, die mich von meinem Anbeginn an umgeben.
An einem dunklen Platz verliere ich mich in meiner Klarheit, meinem transparenten Glanz.
Bis jemanden vorbei kommt, der meine ursprünglichen Farben erkennt, der
an meinen Glanz glaubt und es versteht, wieder meine dunkle Seite zum Licht zu kehren.
Mein Glanz reflektiert auf dem Botschafter des Lichts, gibt ihm alle Farben des Spektrums und bestätigt auf diese Weise das Gesetz des zehnfältigen Erfolgs.

Bewusst Sein - eine Parabel ~ "von Ashtar-Linaras Homepage"

Siehst Du die majestätische Eiche dort im Wald, die alle anderen Bäume überragt! Wenn Du sie nicht siehst, dann stelle sie Dir einfach vor - denn alles ist Wahrheit und Wahrheit ist Traum.
Als Eiche hat sie das Bewußtsein des Baumes und weiß von der Existenz des Himmels und des Lichtes und des Waldes und der Menschen und der Tiere um sie her und nimmt alles wahr. Kommt ein Vogel geflogen und setzt sich auf einen Ihrer Äste und fragt sie "Wer bist Du?" dann antwortet sie "ICH BIN ein Baum!". Aber auch jedes Blatt und jede ihrer zahlreichen Eicheln hat das Bewußtsein des Baumes, obwohl die Eicheln eigentlich ihre Kinder sind. Denn kommt ein Schmetterling geflogen und setzt sich auf eine ihrer Eicheln und fragt "Wer bist Du?" dann antwortet die Eichel ebenso "ICH BIN ein Baum!" und nicht etwa "ICH BIN eine Eichel!" wie Du vielleicht denken wirst.

Es ist Sommer und die Eicheln wiegen sich im Winde und sind glücklich, denn sie träumen den Traum des Sommers. Doch schon werden die ersten Blätter gelb, weil der Baum sein Bewußtsein unmerklich nach innen zieht, denn er folgt den Zyklen der Natur, die bereits den Traum des Herbstes träumt. Und auch der Baum beginnt den Traum des Herbstes zu träumen und später dann den des Winters - und schon verliert der Baum auch seine ersten Blätter. Die Eicheln nehmen dies alles wahr und auch den Einzug des Herbstes im Walde und sie sind traurig darüber, doch noch immer wiegen sie sich im Traum des Windes. Sie ahnen und wissen nichts davon, daß der Baum schon den Traum des Herbstes träumt und doch, der Baum sind auch sie und auch seine Kinder.

Fasten-Box ~ Aloys Leenders

Einen Tag nach Faschingsdienstag nehmen die Menschen die Masken vom Gesicht und zeigen wieder ihr wahres (?) Gesicht. Dann ist es Aschermittwoch. Die Asche, das Auflegen der Asche auf die Stirn, kündigt so sehr den Beginn der Fastenzeit, die 40-Tage-Periode vor Ostern, an. Das Kreuz ist das Symbol für einen Querbalken, der, wie es scheint, uns immer wieder einmal zwischen die Beine geworfen wird.

Aschermittwoch... Memento homo, quia pulvis est, et in pulverem reverteris…, Denke daran, oh Mensch. Du bist Staub, und zum Staub wirst Du wieder zurückkehren! Während der Fastenzeit wird in der Liturgie und den Lesungen uns immer wieder die Zerbrechlichkeit und Schwäche unserer irdischen Existenz vor Augen geführt. Versuche, es zu lassen, aber nicht vergessend, dass die Erkenntnisse über den menschlichen Charakter und die Erkenntnisse über unser Selbst am härtesten sind. Aber lasst uns, um Himmels Willen nicht zu schrecklichen Gedanken wie: “Leben ist nur ein Tal der Tränen, und wir werden deshalb zu Staub vermodern”, hinreissen. Als Gläubige glauben wir an gute Resultate. “Sage ja zu ewigem Leben!”

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Colofon.

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